Hohe Bedrohungswahrnehmung trifft vielerorts auf fehlende Schutzmaßnahmen
Drohnen sind für Betreiber kritischer Infrastrukturen längst kein Zukunftsthema mehr. Das zeigt eine bundesweit durchgeführte Umfrage der Droniq GmbH und des Bundesverbands für den Schutz Kritischer Infrastrukturen e. V. (BSKI) unter 104 Teilnehmenden aus verschiedenen KRITIS-Sektoren. Mehr als die Hälfte der befragten Organisationen berichtet von unautorisierten oder sicherheitsrelevanten Drohnenflügen in den vergangenen zwölf Monaten.
Insgesamt 83 Prozent der Befragten sehen Drohnen bereits heute oder künftig als Bedrohung für ihre Organisation. Knapp 55 Prozent der Betroffenen berichten von unautorisierten oder sicherheitsrelevanten Drohnenflügen innerhalb der vergangenen zwölf Monate.
Die Umfrage zeigt zugleich eine Lücke zwischen Risikowahrnehmung und Vorbereitung. Trotz der hohen Bedrohungswahrnehmung haben 47 Prozent der betroffenen Organisationen bislang keine Maßnahmen zur Drohnendetektion umgesetzt. Weitere 24 Prozent beobachten den Markt, während lediglich 29 Prozent bereits Lösungen testen oder einsetzen. Gleichzeitig steigt die Handlungsbereitschaft mit der Betroffenheit: 62 Prozent der Organisationen, die bereits sicherheitsrelevante Drohnenflüge erlebt haben, beschäftigen sich aktiv mit Drohnendetektion oder beobachten entsprechende Lösungen am Markt.
Als größte Risiken nennen die Befragten Sabotage und die Störung von Betriebsabläufen. Zusammen entfallen 86 Prozent der Nennungen auf diese beiden Gefahren. Spionage- und Datenschutzrisiken spielen dagegen eine deutlich geringere Rolle.
„Sicherheit beginnt mit Sichtbarkeit“, sagt Droniq-CEO Jan-Eric Putze. „Betreiber kritischer Infrastrukturen müssen wissen, was in ihrem Luftraum passiert. Die Umfrage zeigt, dass das Bewusstsein für diese Herausforderung wächst und sich immer mehr Organisationen mit Möglichkeiten zur Überwachung ihres Luftraums beschäftigen. Entscheidend ist dabei aber nicht nur, Drohnen zu erkennen, sondern auch beurteilen zu können, welche Fluggeräte dort sein dürfen und welche nicht.“
Viele Investitionsentscheidungen stehen noch aus
45 Prozent der befragten Organisationen prüfen aktuell den Einsatz oder Ausbau von Drohnendetektionslösungen. Gleichzeitig verfügen bislang nur 16 Prozent über konkrete Einführungs- oder Ausbaupläne bis Ende 2026.
Wo keine Einführung vorgesehen ist, liegen die Gründe vor allem in der internen Priorisierung: Jeweils 44 Prozent nennen den Vorrang anderer Sicherheitsmaßnahmen oder stufen das Thema intern nicht als kritisch ein. Fehlendes Know-how, Kosten und rechtliche Unsicherheiten werden jeweils von 28 Prozent genannt.
Bei der Auswahl möglicher Systeme stehen Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit im Vordergrund. Für 68 Prozent der Befragten ist eine hohe Detektionssicherheit das wichtigste Kriterium. Danach folgen eine möglichst frühzeitige Erkennung sowie rechtliche und regulatorische Sicherheit.
Über die Umfrage
Die Umfrage zur Drohnendetektion an kritischen Infrastrukturen wurde gemeinsam von der Droniq GmbH und dem Bundesverband für den Schutz Kritischer Infrastrukturen e. V. (BSKI) durchgeführt. Insgesamt gingen 104 gültige Datensätze von Vertretern verschiedener KRITIS-Sektoren in die Auswertung ein.