Der mutmaßliche Sprengstoffanschlag mittels Drohne auf den Flughafen Leipzig/Halle markiert eine neue Dimension hybrider Bedrohungen gegen Kritische Infrastrukturen in Deutschland. Nach bisherigen Erkenntnissen wurde ein Sprengsatz mit dem hochexplosiven Plastiksprengstoff Semtex eingesetzt – ein Vorfall, der Flughäfen unmissverständlich als „weiche“, verwundbare Ziele ausweist. Innenminister Schuster erkläre am 06.08.2026 im Morgenmagazin, dass die Bedrohungslage nicht mehr als abstrakt, sondern nunmehr als hoch einzustufen sei.
Der Bundesverband für den Schutz Kritischer Infrastrukturen e. V. (BSKI) fordert Flughafenbetreiber, Verkehrsunternehmen und zuständige Behörden auf, diese neue Bedrohungslage ernst zu nehmen und Schutzkonzepte konsequent zu überprüfen. Der BSKI bietet hierzu seinen neuen Zertifizierungskurs „KRITIS Krisen- und Notfall-Manager“ an, der Verantwortliche gezielt auf derartige hybride Bedrohungsszenarien vorbereitet.
„Wir sehen hier eine gravierende neue Gefahrenlage, die Krisen- und Verwaltungsstäbe sowie Einsatzleitungen aller BOS-Organisationen ernst nehmen müssen“, erklärt Dr. Hans-Walter Borries, Stellvertretender Vorstandsvorsitzender des BSKI e. V. und Oberst der Reserve. Borries lehrt an der Hochschule FOM in den Bereichen „Strategischer Bevölkerungsschutz“ sowie „KRITIS und Krisenmanagement“.
Der BSKI unterstützt Betreiber kritischer Infrastrukturen bei der Umsetzung und erwartet eine konsequente Anwendung des KRITIS-Dachgesetzes, insbesondere der Vorgaben aus § 2. Nur durch verbindliche Resilienzstandards und geschultes Personal lässt sich die Sicherheit von Flughäfen und anderen Einrichtungen des Sektors Transport und Verkehr nachhaltig erhöhen.