BSKI beobachtet Gasstände mit Sorge

Der Bundesverband für den Schutz Kritischer Infrastrukturen e. V. (BSKI) sieht mit Sorge die derzeitige geringe Befüllungshöhe der deutschen Gasspeicher. Stand 10. Januar 2026 liegt dieser bei lediglich noch 50 Prozent. Dies bedeutet im Vergleich zum Vorjahr ein Minus von mehr als 23 Prozent, im Vergleich zu 2024 von sogar 35 Prozent.

Dr. Hans-Walter Borries, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des BSKI, warnt: „Bei einem lang anhaltenden Winter betragen die Ausspeisungsraten am Tag zwischen 0,7 und 1,5 Prozent, sodass in einem strengen Winter die Befüllungsrate bis Februar zu einem absoluten Tiefstand führen könnte.“ Gemäß des Notfallplans Gas würde das von der derzeitigen 1. Stufe („Frühwarnstufe“) nahezu ungebremst in die letzte 3. Stufe („Notfallstufe“) führen. Daran ändern auch die Flüssiggaslieferungen nichts, da diese nur 9 bis 11 Prozent der deutschen Gasimporte ausmachen. Das meiste Gas (bis zu 47 Prozent) kommt derzeit über drei Unterwasserpipelines aus Norwegen.

Borries, der an der Hochschule FOM „KRITIS und Krisenmanagement“ und an der Hochschule Magdeburg-Stendal „Energiesicherheit“ lehrt, verweist auf die Veröffentlichung des Notfallplans Gas für die Bundesrepublik Deutschland aus dem September 2019. Nach ihm würden bei einem sehr kalten Winter – Referenzzeitraum Ende 1996 / Anfang 1997 – die Gasspeicher nur maximal 7 Tage, bei dem Referenzzeitraum Januar und Februar 2006 maximal 30 Tage ausreichen.

„Der BSKI e. V. schließt sich den Warnhinweisen der ‚Initiative Energien Speichern‘ an, die bereits im November 2025 vor einer Versorgungslücke gewarnt hat“, erklärt der BSKI-Vize und betont: „Die Bundesrepublik Deutschland, ihre Wirtschaft und speziell die Haushalte, die zu 50 Prozent mit Gas heizen, benötigen eine jederzeit sichere Gasversorgung auch in einem kalten und langen Winter. Ein gutes und strategisch vorausschauendes Krisenmanagement sollte Warnungen sehr ernst nehmen und nicht auf die Hoffnung auf einen kurzen und milden Winter vertrauen.“