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BSKI: Der Gefahr von Stromausfällen vorbeugen

20. Januar 2023 Quelle: BSKI e.V. Redaktion

Steigt in Deutschland die Gefahr eines Blackouts? „Kurzfristig sehen wir keine Blackout-Gefahren, die deutsche Stromversorgung ist weiterhin sehr sicher“, sagt der stellvertretende BSKI-Vorsitzende Dr. Hans-Walter Borries. Allerdings sehe man mit Sorge, dass es an einem Sonntagnachmittag zu mutmaßlichen Stromengpässen kommen kann. An einem Tag, an dem die Stromabfrage von Industrie und Gewerbe geringer ist als an Wochentagen. Um zu verhindern, dass solche Problemfälle auf die Tagesordnung kommen und die Gefahr von Stromausfällen steigt, seien drei Punkte notwendig, so der BSKI:

  1. Vernunft orientiertes Stromsparen der Bundesbürger.
  2. Verstärkter Ausbau der Erneuerbaren Energien mit Windparkflächen und Solaranlagen.
  3. schneller Ausbau der Stromleitungstrassen aus dem Norden in den Süden der Republik.

Zum Hintergrund: Der Stromnetzbetreiber TransnetBW hatte über seine Warnapp die Haushalte in Baden-Württemberg aufgefordert, Strom zu sparen, um einen größeren Stromausfall zu verhindern. Trotz eines Überangebotes von Windenergie soll für Baden-Württemberg zu wenig Strom vorhanden gewesen sein. Als Ursache wird vermutet, dass keine ausreichende Netzleitungskapazität von den Windgewinnungsanlagen im Norden nach Süden mehr vorgelegen habe. Bereits im Dezember hatte es einen ähnlichen Fall in Baden-Württemberg gegeben.

„Die beiden Ereignisse können erste Vorboten für eine angespannte Stromversorgungslage sein, insbesondere dann, wenn es zu einer Strommangel-Lage in der dunklen Jahreszeit bei Windflaute und Dunkelheit kommt und eine verstärkte Gasknappheit eintreten könnte“, sagt Dr. Hans-Walter Borries. Es zeige sich, wie kompliziert eine sichere Stromversorgung rund um die Uhr geworden sei. Für die Zukunft könnten lokal begrenzte Stromabschaltungen für wenige Stunden („Brownout“) mit einer sehr kurzen Vorwarnzeit denkbar und notwendig werden, um einen größeren flächendeckenden Blackout zu verhindern, so Borries weiter. Er erinnert daran, dass der BSKI schon vor Jahren von der Gefahr gesprochen habe, dass die Stromnetze „perspektivisch instabiler“ und die Ausfallzeiten für Stromausfälle unter drei Minuten zunehmen werden.